Albrecht/Kinsey – Bodenproben richtig nehmen
 von Manon Puelacher, HUMUS Bewegung

 

Bodenproben richtig ziehen – was die Wurzellänge damit zu tun hat

Warum eine Bodenprobe wichtig ist:

Wer wissen möchte, wie es um den Nährstoffhaushalt seines Bodens steht und die Düngung gezielt anpassen will, sollte regelmäßig eine Bodenanalyse durchführen lassen. Sie zeigt, welche Makro- und Mikronährstoffe im Boden vorhanden sind. Diese Nährstoffe spielen nicht nur in der Pflanze eine wichtige Rolle, sondern auch für die Bodenstruktur und Fruchtbarkeit.

Damit die Ergebnisse aussagekräftig sind, kommt es vor allem auf zwei Dinge an:

  1. Den richtigen Zeitpunkt
  2. Die richtige Tiefe der Bodenprobe

Bodenprobenahme bei Hubert Stark

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der beste Zeitpunkt für eine Bodenprobe ist, wenn die Felder gut begehbar sind und die mikrobielle Aktivität im Boden noch stattfindet – also im späten Herbst oder im frühen Frühjahr.

Ideal ist es, die Probe nach der Ernte im Herbst oder vor der Düngung im Frühjahr zu ziehen.
Wichtig ist, immer zur gleichen Jahreszeit zu beproben, damit die Werte über mehrere Jahre miteinander vergleichbar bleiben.

Nach einer Düngung sollte man etwa sechs Wochen warten, bevor Proben gezogen werden. Sonst können die Nährstoffgehalte verfälscht sein. Auch direkt nach einer Kalkung oder organischen Düngung ist die Probenahme nicht empfehlenswert.

Wie tief sollte die Bodenprobe genommen werden?

Damit eine Bodenanalyse aussagekräftig ist, muss die Probe in der richtigen Tiefe genommen werden. Denn Pflanzen nehmen ihre Nährstoffe nicht überall, sondern nur in den ersten Zentimetern ihrer Wurzel auf.

Dieser Bereich besteht aus:

  • einer Wurzelhaube, die schützt, neue Zellen bildet und durch Signalstoffe die Mikroorganismen der Rhizosphäre beeinflusst.
  • einer Streckungszone, in der die Wurzel in den Boden vordringt,
  • und der Wurzelhaarzone, die durch viele feine Härchen Nährstoffe und Wasser aufnimmt.

Nur in diesem kurzen Abschnitt kann die Pflanze Nährstoffe aufnehmen. Der restliche Teil der Wurzel dient vor allem dazu, die Pflanze im Boden zu verankern und die aufgenommenen Nährstoffe weiterzuleiten.

Spatenprobe im Grünland

Wie tief wurzeln unsere Kulturen?

Mais kann bis zu 1 m tief wurzeln, Raps und Weizen sogar bis 140 cm.

Der Hauptanteil der Wurzeln befindet sich aber in der obersten Bodenschicht. Dort entscheidet sich, wie gut die Pflanze mit Nährstoffen versorgt ist. Deshalb sollte auch die Bodenprobe in diesem Bereich entnommen werden, um ein realistisches Bild der Nährstoffversorgung zu bekommen.

Welche Tiefe ist sinnvoll?

Die richtige Probentiefe hängt davon ab, welche Frage man an den Boden hat und wie die Bodenbearbeitung erfolgt. Mittels einer Spatenprobe kann in einem bestehenden Bestand der Hauptwurzelhorizont schnell ermittelt werden.

Wir empfehlen aufgrund der oft sehr unterschiedlichen pH-Werte in den einzelnen Bodenschichten, die Proben nicht zu tief zu nehmen. Sonst kann durch die vermeintlich „richtige Düngung“ der pH-Wert an der Oberfläche aus dem Ruder laufen. Wenn (wie bei der regenerativen Landwirtschaft üblich) wenig Bodenbearbeitung erfolgt und der Dünger „nur“ an der Oberfläche bleibt, müssen wir anders herangehen, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. In dem Fall liegt die empfohlene Tiefe der Probenahme nur bei 0 bis 10 cm.

Generell sollte der pH-Wert in den oberen 0-5 cm vor der Düngung gemessen werden. Ist dieser (beim Hellige pH-Meter) bei rund 5, dann keinen elementaren Schwefel düngen. Liegt er bei 7, dann keine großen Mengen pH-erhöhende Kationen ausbringen (Kalk, Mg, K, Na).

Wenn Betriebe pflügen und stark mischen, ist diese Situation vermutlich weniger Problem und die Tiefe kann auch 15 cm betragen.

Spatenprobe in einer Zwischenfrucht

Fazit

Bodenproben sind die Grundlage jeder nachhaltigen Bewirtschaftung. Nur wer seine Böden kennt, kann sie gezielt verbessern, Erträge sichern und die Umwelt schonen. Eine fachgerechte Beprobung mit ausreichender Tiefe und repräsentativer Mischprobe garantiert verlässliche Analysedaten – und damit eine Düngung nach Maß.

Empfehlung: Bodenproben regelmäßig, idealerweise alle 3–6 Jahre, ziehen und die Ergebnisse langfristig dokumentieren.

Autorin: Manon Puelacher, HUMUS Bewegung (10/2025)

Weiterführende Infos: Bodenanalysen nach Albrecht/Kinsey

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