Was tun im Disteljahr 2023?

In vielen Regionen finden wir dieses Jahr wieder einmal verstärktes Auftreten der Acker Kratzdistel. Es ist wesentlich effizienter über die Ursachen als nur über die Bekämpfungsmöglichkeiten nachzudenken, wenn die Ursachen behoben wird, verliert die Distel ihre Aufgabe und zieht sich zurück.

Die Ursachen warum Distel Auftreten sind Fäulnisprozesse im Boden, die entstehen häufig durch das teilweise Absterben der Bodenbiologie, das kann durch Hitze, Trockenheit, aber auch durch kalte bzw. nasse Bodenbearbeitung entstehen. Die nachfolgenden Niederschläge bringen die Nährstoffe in tiefere Schichten und dort wartet die Distel und wird aktiv.

Intensive Bodenbearbeitung, speziell im Sommer bei heißen Temperaturen ist in diesem Fall nur eine Symptombehandlung und keine Lösung der Ursachen. Es wird kurzfristig die Distel zwar geschädigt, die Nährstoffmineralisierung wird jedoch noch stärker, was zu einem immer stärkeren Distelauftreten führen kann. Wir sollten uns daher überlegen, wie wir Nährstofffreisetzung reduzieren und leicht verfügbare Nährstoffe durch die Bodenbiologie bzw. Pflanzen binden und so Fäulnisprozesse verhindern.

Das gelingt durch:

  • Förderung bodenbelebende Maßnahmen
    Die beginnen bei Pflanzengemeinschaften, jede Pflanzenart hat andere Möglichkeiten Nährstoffe zu binden, speziell die Gräser können das Auswaschen von Nitrat stark reduzieren. Daher sind Unter- bzw. Begleitsaaten ein wichtiger Teil der Regeneration.
  • Reduzierung der Bodenbearbeitung
    Speziell im Sommer bei Hitze sollte die Bodenbearbeitung möglichst vermieden werden. Deshalb sollten Zwischenfrüchte möglichst in Direktsaat oder durch Vorerntesaat etabliert werden. Dabei ist zu beachten, dass der Anbau nach der Ernte zeitnah (max. 2 Tage) und mit wenig Bodenbewegung erfolgen sollte, damit die Zwischenfrucht bessere Bedingungen zum Auflaufen hat als das Ausfallgetreide.
  • Beobachten der Nährstoffdynamik
    Distel leben von Nährstoffen, vor allem Nitrat, aber auch Kalzium, das in tiefere Schichten verlagert wurde. Sie saugen sich so richtig voll mit Nährstoffen, vor allem mit Kalzium, deshalb sind Vitalisierungen mit kleinen Mengen Bor, Zeolith und Kalk (Triton 20) effiziente Möglichkeiten die Distel zu schwächen, weil sie dadurch einen Überschuss bekommt und dadurch krank werden.
  • Unterboden Beobachten
    Oft werden Dichtlagerungen bzw. Verdichtungen im Unterboden durch Distel angezeigt, diese gilt es rechtzeitig zu erkennen (mit Spaten und Sonde) und zu beseitigen. Bei Dichtlagerungen ist der Ausgleich der Basensättigung wichtig, bei laufenden Verdichtungen sollte die Befahrbarkeit der Felder überdacht werden, speziell bei Nässe. Wenn der Unterboden gelockert werden muss, sollte darauf geachtet werden, dass sofort Pflanzenwurzeln den gelockerten Raum erschließen und stabilisieren. Wichtig ist auch beim Lockern, das der Boden wieder rückverfestigt wird, damit das Porenvolumen nicht zu groß ist, da sonst wieder Nährstofffreisetzung Distel oder ähnliches produziert.

Kampf ist eine Denkart, und alle Aktionen, die einer solchen Denkart unterliegen, stärken entweder den Feind oder schaffen sich, wenn der Kampf gewonnen wird, neue Feinde, ein neues Übel, das genauso schlimm und oft noch schlimmer als das besiegte ist.

Autor: Hubert Stark, HUMUS Bewegung

Weiterführende Links:
– Spirzkalk Triton 20
– 2031 Kräuterkleegras

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