Dauerhafte Begrünung und Wasserkonkurrenz

Einerseits bringen Unwetter mit enormen Regenmengen Probleme mit sich, anderseits sorgen Hitzetage und Trockenperioden für Mindererträge oder Ernteausfälle.

Regenerative Maßnahmen können dabei helfen, den Boden so aufzubereiten, dass die Pflanzen gut wachsen können. Dazu gehört auch die Strategie einer dauerhaften Begrünung, also die Ergänzung und Unterstützung der Hauptkulturen mit Untersaaten, Beisaaten und Zwischenfrüchten. Diese Symbiose von Pflanzen, Wurzeln und Erde ernährt das Mikrobiom im Boden, stabilisiert die Krümel, schützt vor Erosion und hohen Temperaturen an der Bodenoberfläche, verbessert die Nährstoff- und Wasseraufnahme. Entsprechende, vielfältige Mischungen fördern den Kohlenstoffeintrag und Humusaufbau im Boden.

    Entwicklung des Untersaatenbestandes nach Mais

    Wichtige Faktoren für die Vermeidung von Konkurrenz um Wasser:

    1. Eine gesunder Boden und eine durchdachte Fruchtfolge sind wichtige Grundlagen für den ackerbaulichen Erfolg.
    2. Untersaaten müssen richtig eingesetzt werden. Sie sollen sich langsam im Schatten der Hauptkultur entwickeln. Dann verbrauchen sie relativ wenig Nährstoffe und Wasser und sind kaum Konkurrenz zur Hauptkultur. Durchwüchse aus Vorjahren, die sich stark entwickeln, können allerdings mit der Hauptkultur konkurrieren. Daher sollte vor der Aussaat der Hauptkultur eine ursprüngliche Untersaat sehr flach und scheibchenweise von oben nach unten umgebrochen werden. Nicht zu tief, sonst können sich problematische Rasensoden bilden.
    3. Auf die optimalen Mischungen kommt es an. Sind diese zu wüchsig oder bilden frühzeitig Samen, sind sie ungeeignet. Die Saatstärke wird in Trockengebieten üblicherweise etwas erhöht.
    4. Oft ist der Umbruch von Untersaaten und der Anbau von Zwischenfrüchten nach der Ernte für den Bodenaufbau die bessere Wahl.
    5. Verdunstungsverluste über offenem Boden können beträchtlich sein. Die Wasserspeicherfähigkeit kann sich durch bodenfruchtbarkeitssteigernde Maßnahmen deutlich erhöhen, wie erste Versuchsergebnisse mit Pionierbetrieben an der BOKU zeigen. Dazu gehören neben Zwischenfrüchten bzw. Untersaaten vor allem auch eine wassersparende, flache Bodenbearbeitung, Flächenrotte und die Vermeidung überlockerter Böden.
    6. Temperaturmessungen haben gezeigt, dass bewachsene und unbewachsene Oberflächen enorme Unterschiede aufweisen können. So ergab eine konkrete Messung im Mostviertel unter Zwischenfrucht 24 Grad, während am offenen Nachbarfeld über 60 Grad Bodentemperatur gemessen wurden. Bei mehr als 40 Grad kann Humus kaum noch Wasser binden.
    7. Der Aufbau von stabilen Dauerhumusformen bringt bekanntermaßen viele Vorteile. Den dafür notwendigen Kohlenstoffeintrag zu erhöhen, ist durch Etablierung von vielfältigen, ausgewogenen Pflanzengemeinschaften möglich. Das Projekt „Catchy“ hat gezeigt, dass gut abgestimmte Zwischenfruchtmischungen rund die dreifache Kohlenstoffproduktivität haben als die Einzelkomponente Senf. Auch winterharte Zwischenfrüchte sind besonders wertvoll für den Humusaufbau.

    In Hinblick auf Wasserhaushalt und zunehmende Trockenperioden meint auch der Bodenexperte Jan Hendrik Schulz von der DSV, dass Zwischenfruchtanbau dabei helfen soll, Erträge zumindest zu stabilisieren und abzusichern. Letztlich wirken viele Maßnahmen und Umsetzungsschritte nicht unmittelbar. Bodenaufbau benötigt Zeit.

    Ingmar Prohaska & Andreas Karl Barth
    HUMUS Bewegung

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